Gleich 3 (!) Leserbriefe, über die ich mich am heutigen Freitag gefreut, zum Teil auch amüsiert habe

Thomas Zipse:

o.b. für alles?

Ältere wie ich erinnern sich noch an die Werbung für o.b.-Tampons (https://www.youtube.com/watch?v=h6dEOV_4Hk4&sns=em), mit denen konnte man „Inlineskaten, Schwimmen, Reiten, Tauchen, Surfen …“. Jetzt will einer OB werden, der „Obstbauer, Unternehmer, Pilot, Lkw-Fahrer, Unternehmensberater, SUV- und E-Fahrer …“ war oder seit Kurzem ist. Es scheint, er fängt Vieles an und verliert dann die Lust oder merkt, es ist doch nichts für ihn. Er ist im alten TV-Spot hängengeblieben.  Wir brauchen einen „OB ohne ADHS“ – kein „o.b. für alles“.

Helmut Kees:

Viele Werbebanner, wenig Argumente- der Kandidat, mit dem es angeblich besser geht.

Bei der Fahrt durch das Lindauer Stadtgebiet zeigt sich auf großen Plakaten der Strahlemann Eschbaumer, der behauptet, dass es mit ihm als OB besser geht. Verfolgt man die Wahlprüfsteine in der Zeitung, dann fällt auf, dass der Kandidat  bei  der Förderung der Jugend, Mobilität, der Fahrradstadt Lindau und dem Thema Umwelt  mit seinen „Argumenten“  sehr „dünn“ bleibt und häufig mehr Finanzmittel fordert. Zugleich kritisiert er den Schuldenstand der Stadt und beklagt die hohen Verwaltungskosten, obwohl er weiß, dass die Planung und Abwicklung der Großprojekte hohen Arbeitsaufwand erfordert.  Subventionen in Höhe von insgesamt 70 Millionen lassen sich nicht durch einen Telefonanruf  erreichen. Aufschlussreich  dabei ist, dass  Herr Eschbaumer als Vorsitzender von Pro Lindau 2006 laut Bürgerzeitung vom 06.07.07 für 2006 einen  Fehlbetrag von 100.000 € zu verantworten hatte. Niemand  zahlt gerne mehr Steuern, aber jeder Wähler möchte dann wissen, wo der Kandidat einsparen will. Das Thema Straßenausbaubeiträge wird ihm auch nicht helfen. Es wurde von der CSU beschlossen und wird voraussichtlich  aus Angst vor einem Bürgerentscheid  und der Landtagswahl von der CSU wieder abgeschafft. Keinerlei Unterstützung  erhält der Kandidat von seinen Stadtratskollegen  der CSU und Jungen Alternative. Halten sie ihn als OB für nicht geeignet  oder hat er sie durch mangelnde Kompromissfähigkeit  und Abspaltung als Bürgerunion verärgert.Auffällig ist bei seiner Biografie, dass er vieles beginnt aber nicht immer lange  durchhält. Fast könnte   man meinen, jetzt probiert er mal OB. Alle seine  beruflichen Stationen  und Hobbys  zeigen die Selbstverwirklichung eines reichen Mannes, qualifizieren  aber ihn nicht zur Leitung einer  Stadt 

Im Vergleich zu unserem OB Ecker mit all seiner Erfahrung und Vernetzung  in der Kommunalpolitik, seiner  Förderung von Wirtschaft, Kultur, Umwelt- Jugend- und Sportpolitik  ist  der Kandidat ein „Mini-Ecker“ vielleicht ein „Eckerlein“

Winfried Hamann:

Never change a winning team 

Es stimmt schon: Man kann die Arbeit eines Fußballtrainers nicht unbedingt mit derjenigen eines Oberbürgermeisters vergleichen. Einige Parallelen drängen sich aber trotzdem auf, jedenfalls was den „Verein“ (Lindau) betrifft. Dort nämlich gibt es einen erfolgreichen „Trainer“, eine eingespielte und motivierte „Mannschaft“ (Verwaltung) und einen vorderen Platz innerhalb der „Städte-Liga“, den man ihm in früheren Jahren niemals zugetraut hätte. Doch wie so oft in diesem „Verein“ gibt es im Umfeld bestimmte Leute, denen so manches nicht passt. Dem einen sind die Neuerungen suspekt, die vom „Trainer“ nicht nur angekündigt, sondern auch umgesetzt wurden; dem anderen gefällt es nicht, dass er sich mehr um seinen Job als um das Bad in der Menge kümmert; der dritte findet ohnehin, dass nur ein Einheimischer Garant für noch größere Erfolge sei. Und zu allem Überfluss lässt ein ehemaliger Trainer nichts unversucht, seine überschaubaren Erfolge im Mittelfeld der 2.Liga als angemessenen und wieder anzustrebenden Platz für den „Verein Lindau“ zu verkünden. So tat sich der „Alt-Trainer“ mit ein paar anderen Unzufriedenen zusammen, um den verblüfften „Vereinsanhängern“ zu erklären, dass eigentlich alles noch besser gehen könnte. Man habe da einen Interessenten, der zwar keine erkennbare Qualifikation für die Anforderungen im modernen Fußball habe, aber immerhin aus Lindau kommt, im „Vorstand“ (Stadtrat) zwar unauffällig sei, doch angeblich schon einmal gezeigt habe, wie er sich Verantwortung in anderen Branchen vorstellt. Auch dass er kein Problem damit habe, derzeit gültige Regeln im bayerischen Fußballverband nach den Wünschen des Vereins zu missachten und alte Regeln wieder einzuführen. Ja, und Zeit habe er als aktiver Landwirt ebenfalls. Und nicht zu vergessen: für den ungehinderten „Stadionzugang“ stünden in Zukunft jede Menge Parkplätze samt Unterführung zur Verfügung.

Wen das überzeugt, darf am 21. Januar zustimmen.